Percy Schmeiser kommt nach Sachsen-Anhalt - Gentechnik in der Landwirtschaft: Erfahrungen aus erster Hand
Magdeburg, 13.4.2010: Percy Schmeiser, kanadischer Farmer, Gentechnikgegner und Träger des alternativen Nobelpreises 2007 kommt auf Einladung des BUND-Landesverbands am nächsten Dienstag, den 20.04.2010 nach Sachsen-Anhalt.
Die öffentliche Veranstaltung findet um 20 Uhr im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt in Magdeburg, am Tage findet ein Pressehintergrundgespräch zum Thema „Die Gentechnik und des Bauerns Abhängigkeit“ mit Percy Schmeiser, Prof. Hubert Weiger, BUND-Bundesvorsitzender und Kurt-Henning Klamroth, DBB-Präsident/Landvolk Sachsen-Anhalt in Westerhausen auf dessen Hof in Westerhausen, Halberstädter Str. (Kuhstall) statt.
Julia Wendenkampf vom BUND Sachsen-Anhalt e.V.: „Wir freuen uns sehr, dass der für seinen Kampf für eine gentechnikfreie Landwirtschaft 2007 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnete Percy Schmeiser nach Sachsen-Anhalt kommt und bedauern die Entscheidung von Oberbürgermeister Lutz Trümper, der nicht möchte, dass sich Herr Schmeiser ins Ehrenbuch der Stadt Magdeburg einträgt. Wir hoffen, dass die Stadträtinnen und -räte dennoch ein klares Bekenntnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft abgeben und Magdeburg „Gentechnikfreie Kommune“ wird.“
Der Besuch von Percy Schmeiser soll dazu beitragen: „Während der öffentlichen Abendveranstaltung wird Percy Schmeiser berichten, welche Folgen der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen für die Bauern, die Imker und die Landwirtschaft hat, welche Ziele multinationale Konzerne mit der Gentechnik verfolgen und wie sein Widerstand gegen den Agrochemie- und Gentechnik-Konzern MONSANTO letztendlich erfolgreich war.“
Die Konsequenzen aus Schmeisers Widerstand für Sachsen-Anhalt und Deutschland erläutert Wendenkampf wie folgt: „Der großflächige Anbau von gentechnisch verändertem Soja und Mais hat in Kanada und Nordamerika dramatisch bewiesen, dass es keine Koexistenz, d.h. ein gleichzeitiges Nebeneinander von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik gibt. Der Anbau von Bio-Raps ist durch die vollständige Kontamination mit Gen-Raps unmöglich und der Export von kanadischem Bienenhonig ist zusammengebrochen.“
Programm:
Der BUND veranstaltet um 12 Uhr Pressegespräch und Kundgebung zur „Agro-Gentechnik – was heißt das für den Bauern?“ in Üplingen, Ausleben – um Anmeldung wird gebeten!
Hintergrund zum Schaugarten Üplingen: Hier werden im Freiland konventionelle wie gentechnisch veränderte Weizen-, Mais-, Zuckerrüben- und Kartoffelsorten getestet und verschiedene Anbaumethoden miteinander verglichen. Einzelpersonen wie Gruppen können an Führungen durch den Schaugarten teilnehmen und eine Ausstellung zur Grünen Biotechnologie besuchen.
Ab 13.30 Uhr ist der Besuch des Hofs von Kurt-Henning Klamroth, DBB-Präsident/Landvolk Sachsen-Anhalt in Westerhausen, Halberstädter Str. (Kuhstall) und ein Pressehintergrundgespräch „Die Gentechnik und des Bauerns Abhängigkeit“ geplant (mit Mittagsimbiss in der Gaststätte „Zur Scheune“, Schulstraße 89, 06484 Westerhausen um 14 Uhr) - um Anmeldung wird gebeten!
Ab 20 Uhr findet im Saal des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, Otto-v-Guericke-Str. 5 in Magdeburg die öffentliche Podiumsdiskussion „MONSANTO und die Ko-Existenz - Ende der Wahlfreiheit?“ statt.
Ablauf:
- Begrüßung
- Kurzfilm: „David gegen Monsanto“ und Ansprache von Percy Schmeiser mit Übersetzung durch Bernward Geier
- anschließende Podiumsdiskussion mit den Teilnehmern
- Percy Schmeiser
- Prof. Hubert Weiger/Jochen Dettmer (BUND e.V.)
- Carsten Niemann Landwirt/Vertreter der gentechnikfreien Regionen
- Oliver Wendenkampf (Stadtrat Fraktion SPD-future-Tierschutz, Ausschussvorsitzender Umwelt und Energie)
Moderator: Bernward Geier
Für Rückfragen: Julia Wendenkampf, BUND Sachsen-Anhalt e.V.,
Tel. 0391 – 56307810, Funk 0170-7996497
Hintergrund: Schmeisers Großeltern wanderten von Bayern (Rosenheim) nach Kanada aus und ließen sich dort als Landwirte nieder. Percy Schmeiser betreibt auf der geerbten, 600 Hektar großen Farm seit knapp 60 Jahren Landwirtschaft, vor rund 40 Jahren spezialisierte er sich auf die Zucht und den Anbau von Raps und entwickelte Sorten, die speziell an die regionalen Bedingungen angepasst waren. Er war lange Bürgermeister (1966-1983) und auch von 1967-1971 Abgeordneter im Parlament der Provinz.
Im Jahr 1997 wurden auf Schmeisers Land gentechnisch veränderte „Round-up-Ready“-Rapspflanzen des Agrochemie-Konzerns Monsanto gefunden. Die Samen wurden durch den Wind vom Feld eines benachbarten Bauern oder von einem vorbeifahrenden LKW vertragen. Dieser Round-up-Ready Raps hat sich bei Schmeisers auf den Feldern vermehrt, woraufhin Schmeiser im Folgejahr , als erneut GVO-Raps auf Schmeisers Feldern nachgewiesen wurde, vom Herstellerkonzern wegen Patenverletzung verklagt wurde. Der Rechtsstreit zog sich über sieben Jahre hin. Die 2004 gefallene höchstrichterliche Entscheidung legte dem Landwirt keine Lizenzzahlungen und keinen Strafschadensersatz auf, da er nicht von den besonderen Eigenschaften der Round-up-resistenten Rapssorte profitiert hatte, hielt aber fest, dass er prinzipiell nicht das Recht hatte, die patentierte Sorte wissentlich anzubauen, nur weil sie zufällig auf seinem Land aufgetaucht war. Während dieser Zeit des Rechtsstreits wurde Schmeiser zunehmend bekannt als Symbolfigur und Sprecher im Kampf unabhängiger Landwirte um ihre Rechte und als Verfechter strenger Regulierungen und Haftungspflichten für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Im Oktober 2000 wurde Schmeiser für seinen Einsatz mit dem Mahatma Gandhi Award geehrt, 2007 wurde dem Ehepaar Percy und Louise Schmeiser der „Alternative Nobelpreis“ verliehen: „...für ihren Mut bei der Verteidigung der Biodiversität und der Rechte der Landwirte und dafür dass sie die Perversität der gegenwärtigen Auslegung der Patent-Gesetzgebung in Bezug auf die Umwelt und die Moral aufzeigen und anprangern.“ ... - Begründung der Jury
Rückfragen, Organisation und Programm: Julia Wendenkampf, BUND Sachsen-Anhalt e.V., Tel. 0391 – 56307810, Funk 0170-7996497
Tag der Logistik am 15.April
Berlin/Magdeburg, 8.4.2010 Was im Bereich der Logistik geleistet werden muss, darin bekommt man als Besucher zum dritten „Tag der Logistik“ am Donnerstag, den 15. April bei der WWL Spedition AG in der Berlin von 9 – 12 und von 13 – 15 Uhr einen Einblick.
Idee des Tages ist es, Schüler, Studierende und anderen Interessierte über die Bedeutung der Logistik im täglichen Leben zu informieren. Anmeldungen sind bis zum 13.April 2010 nur übers Internet möglich. Dort gibt es auch weitere Informationen über die Veranstaltung und Veranstaltungszeiten: www.tag-der-logistik.de
Nach dem Einstieg bei der WWL Spedition AG hat Beate Springer zusammen mit dem BUND eine Umweltkampagne gestartet. Gemeinsam Zeichen setzen, das ist Ihr Ziel.
Es ist der richtige Zeitpunkt, um für eine sauberere und sicherere Zukunft zu kämpfen. Zeit, dass wir als Logistikdienstleister die Chance wahrnehmen. Am Tag der Logistik möchte Beate Springer zusammen mit dem BUND die Unternehmen bewegen sich langfristig an einer Umweltkampagne zu beteiligen. Nicht die großen Summen sind entscheidend sondern der Zusammenschluss bildet das gesamte Stückwerk. Jedes Unternehmen im Bereich Logistik ist gefragt. Erreichen können wir das nur gemeinsam.
Am Tag der Logistik spenden wir pro Besucher 1€ für die Alleennachpflanzung bei Querfurt: Ein Projekt, bei dem ca. 500 Alleebäume, historische Kirschsorten, nachgepflanzt werden. Damit ersetzten wir gefällte Bäume und helfen, die Schönheit der Landschaft sowie wichtigen Lebensraum für Vögel und Insekten zu erhalten.
Bäume sind darüber hinaus hervorragende Sauerstofflieferanten: Am Tag produziert ein ausgewachsener Baum den Sauerstoffbedarf für 10 Menschen. Eine Investition in die Zukunft!
Die immer größer werdende Weltbevölkerung muss schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen. Auch die Unternehmen dieser Erde sind gefordert. Wir wollen betonen, dass die Erhaltung der Umwelt auch im Zentrum der Arbeit bei WWL steht und hoffen, dass die Zusammenarbeit eines Unternehmens mit einer Naturschutzorganisation den Umweltgedanken deutschlandweit nach vorne bringt.
Der BUND Sachsen-Anhalt freut sich über diese Initiative: „Das ein Unternehmen, welches den Straßenraum intensiv nutzt, die Bedeutung von Alleen erkennt, freut uns sehr. Denn, so Melanie Medau-Heine, Alleenreferentin des BUND Sachsen-Anhalt e.V., Alleen gefährden den Verkehr nicht, sie haben eine wichtige Verkehrsleitfunktion und sind wertvolles Landschaftselement mit Biotopwirkung.“
Für Rückfragen Beate Springer, Marketing / Verkauf WWL Spedition AG - Telefon 030 - 689 708 45, E-Mail Beate.Springer@wwlsped.com oder
Julia Wendenkampf, komm. Geschäftsführerin BUND Sachsen-Anhalt e.V., Tel. 0391 – 56 30 78 10 oder E-Mail julia.wendenkampf@bund.net.
